Abteilungsausflug nach CERN (Meyrin, Genf)

am 03. November 2005 veranstalteten wir (Gruppe DoT) unseren alljährlichen Abteilungsausflug (dieses Mal zusammen mit der Gruppe BIN). Es ging schon sehr früh am morgen los. Wir trafen uns um 8:00 Uhr auf dem Bahnhof in Winterthur bzw. Zürich und fuhren gemeinsam nach Genf. Von dort ging es mit dem Bus nach Meyrin (ein Ortsteil von Genf) zum CERN. Die Fahrt nach CERN dauert ca. 4 Stunden, die Busfahrt nimmt noch einmal ca. eine halbe Stunde in Anspruch. Da unsere Führung in CERN erst um 14:00 Uhr begann, genossen wir im Restaurant von CERN ein Mittagessen. Wieder gestärkt besuchten wir das Museum Microcosm und gewannen einen ersten kleinen Eindruck über diese gewaltige Anlage.

Führung:
Um 14:00 Uhr ging es dann so richtig «zur Sache». Zuerst bekamen wir einen theoretischen Ueberblick über den gesamten Komplex, die verschiedenen Teilchenbeschleunigeranlagen (der grosse Ring liegt grösstenteils auf französischem Gebiet), usw. Der grosse Ring (LHC = Large Hadron Collider) befindet sich 100m unter der Oberfläche und hat einen Umfang von ca. 27 km.
Wir haben die Antimaterie-Einrichtung  besichtigt.

Wer die Bücher (speziell Illuminati) von Dan Brown gelesen hat wird sich speziell dafür interessieren. Spätestens hier werden einem allerdings einige der im Buch erschaffenen Vorstellungen und Hoffnungen geraubt. Eine Stellungnahme zum Roman von Dan Brown (Illuminati) gibt es von offizieller CERN-Stelle und diese ist auch im Netz.

Nach 3 Stunden Führung durch einen sehr erfahrenen Physiker (er arbeitete 30 Jahre in CERN) und einem dicken Kopf von der ganzen Informationsflut waren wir froh um 18:00 Uhr wieder im Zug Richtung Heimat zu sitzen. Für die meisten wurde es ca. 22:00 Uhr bis alle zu Hause waren. Alles in allem ein sehr interessanter Tag und sehr zu empfehlen.

Ein paar beeindruckende Informationen über CERN:
Es arbeiten ca. 2500 Wissenschaftler und Techniker fest in CERN. Es werden hier laufend Versuche durchgeführt. Dafür kommen bis zu 8000 Wissenschaftler und Forscher weltweit nach CERN um diese dort durchzuführen.
Man untersucht hier z.B. die Entstehung des Weltalls (4% davon sind inzwischen bekannt), es wird die Entstehung des Lebens, der Natur untersucht und man versucht die kleinsten Bestandteile von Atomen zu erforschen und deren Verhalten zu verstehen.
CERN wird von ca. 50 Mitgliedstaaten finanziell getragen und unterstützt. Ansonsten wäre der finanzielle Aufwand auch nicht tragbar. Gegründet wurde CERN nach dem 2. Weltkrieg um auch der Abwanderung von Wissenschaftlern in andere Staaten zu verhindern und diesen hier in Europa eine berufliche Zukunft zu bieten. Hauptbedingung für CERN ist und war, sämtliche Forschungsergebnisse allen frei zugänglich zu machen. Eines der Hauptinstrumente hierfür wurde das in CERN erfundene WWW (WorldWideWeb). Dieses wurde von Tim Berners-Lee 1989 erfunden.
Es werden auch «Teilchen» (genauer: Neutrinos) von CERN quer durch die Alpen (im Boden) nach Gran Sasso (Italien) «geschossen» um dort eine eventuelle Veränderung zu messen. Dies ist eine Strecke von ca. 730 km!
Auch in den heissen Zeiten des kalten Krieges mit der damaligen Sowjetunion gab es eine sehr enge Zusammenarbeit mit den russischen Wissenschaftlern.
Gespeist wird CERN von 2 Hauptleitungen (200 kVolt aus der Schweiz und 400 kVolt aus Frankreich). Die bei den Versuchen entstehende Energie wird wieder zurück ins Netz geleitet.
In CERN wird die gigantische Datenmenge von 4% (VIER) aller weltweit erzeugten Daten produziert!! Hierfür wurden im Jahr 2005 neue LINUX-Server (15.000 Stück) gekauft, von PC's ganz zu schweigen.... - Leider konnten wir das Rechenzentrum nicht besichtigen.

Besichtigung:
Die Führung/Eintritt in CERN kostet nichts, aber man muss sich lange vorher anmelden (vor allem für grössere Gruppen). Dies kann man direkt auf der Homepage von CERN machen. Zum Mittagessen sollte man sich allerdings anmelden, sonst wird es eng mit dem Platz.